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Aktualisiert am 14.01.08

Laterales Denken

Laterales Denken (im Gegensatz zum vertikalen, logischen Denken) bedeutet nach de Bono (1967), bewusst "um die Ecke zu denken", „unlogisch“ und unkonventionell.

„Diese Art zu denken, nenne ich Laterales Denken: die Fähigkeit, aus dem Gefängnis der alten Ideen auszubrechen und neue zu entwickeln."

Die meisten intelligenten Menschen denken nicht so gut, wie sie glauben. Statt möglichst optimale Lösungen zu finden, denken viele von uns in gewohnten Gleisen. Denken ist nicht mit Intelligenz gleichzusetzen, sondern eine Fähigkeit, die jeder Mensch mit gezielten Techniken optimieren kann.
 

Vier Prinzipien leiten dabei das laterale Denken:

1. Erkennen beherrschender Vorstellungen und Denkwege
2. Suche nach anderen Wegen, Dinge zu betrachten
3. Lockerung der strengen Kontrolle, die das rational-logische (vertikale) Denken ausübt
4. Bewusste Verwendung des Zufalls

Beim logischen Denken muss jeder Denkschritt richtig sein, nicht dagegen beim lateralen. Für de Bono ist es wichtig, mit dem lateralen Denken Urteile zu verzögern und aufzuschieben, Informationen neu aufeinander einwirken und so einen Freiraum für neue Ideen entstehen zu lassen. Deshalb verwendet seine Methode Informationen provokativ, strukturiert Muster intuitiv um und stellt allgemein akzeptierte Begriffe in Frage. Für de Bono ist die Umstrukturierung von Denkmustern notwendig, um bereits vorhandene Informationen wirksamer nutzen zu können.

Wir neigen dazu, und und nicht vertraute Situationen in vertraute Elemente zu zerlegen. "Es ist beunruhigend, sich vorzustellen, wie viele Situationen nur unzureichend verstanden werden, weil der Versuch, sie zu erklären, sich in der Verwendung vertrauter Muster erschöpft."

Während das vertikale (logische) Denken aufeinander folgende, logische Schritten präsentiert, steigert Laterales Denken seine Wirksamkeit, indem es alternative Ansatzpunkte aufzeigt. Beide Denkstile schließen sich also überhaupt nicht aus. de Bono umschreibt diese Stile so: "Das vertikale Denken treibt die Ideen weiter, die das Laterale Denken hervorgebracht hat. Man gräbt kein zweites Loch, wenn man ein bereits vorhandenes vertieft. Das Laterale Denken wird angewendet, um woanders ein Loch zu graben." Laterales Denken verändert Muster, schafft eine Neuanordnung von Informationen. Man sucht nicht nach der richtigen Antwort, sondern nach der anderen Anordnung der Informationen.


Für die Überwindung dominanter Betrachtungsweisen empfiehlt de Bono verschiedene Techniken:

a) den Blickpunkt umkehren
b) Visuelles Denken
c) Zerlegung eines Problems in immer kleinere Einheiten, um dann eine neue Zusammensetzung zu versuchen
d) Absichtliches Umkehren der Relationen
e) Analogie, Übertragung der Relationen einer Situation auf eine andere, leichter zu handhabende Situation
f) Verlagerung der Aufmerksamkeit von den nahe liegenden auf weniger signifikante Aspekte


Eine Typologie des logischen (vertikalen) und des lateralen Denkens zeigt folgende Übersicht:

vertikales Denken
· selektiv
· setzt sich nur dann in Bewegung, wenn eine Richtung vorhanden ist, in die es sich bewegen kann
· analytisch
· jeder einzelne Schritt muss richtig sein
· folgerichtig
· alles Belanglose wird ausgeschlossen
· Kategorien, Klassifizierungen und Kennmarken sind festgelegt  
· schlägt den wahrscheinlichsten und erfolgreichsten Weg ein

laterales Denken
· generativ
· setzt sich in Bewegung, um eine Richtung zu finden
· provokativ
· nicht jeder Schritt muss richtig sein
· sprunghaft
· alles wird begrüßt, was sich zufällig aufdrängt
· keine Festlegungen
· erforscht unwahrscheinliche Wege

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